Wettbewerbsrecht

Das Problem ist so alt wie das Marketing selbst – eine gute Idee von Designer oder Texter überzeugt nicht nur die eigenen Kollegen, sondern auch den Kunden und im optimalen Fall – dessen Kunden. Die Verbraucher. Von soviel Erfolg verwöhnt lässt der Neid nicht lange auf sich warten. Den beworbenen Werbe-Claim gab es schon, das Logo hat sich bereits zuvor jemand ausgedacht, der für die Kampagne kreierte Ohrwurm hat verblüffende Ähnlichkeit mit einigen wenigen Takten eines musikalischen Flops aus den 90ern.

Bestenfalls können Diskussionen und Streitigkeiten über solche vermeintlichen Dubletten gegen finanzielle Ausgleichszahlungen behoben werden. Schlimmstenfalls müssen komplette Kampagnen, inklusive sämtlicher Werbemittel ins Archiv. Der Schaden für den Werbetreibenden besteht dann neben den zwecklosen Werbemitteln auch noch in einer nicht erfolgten Kommunikation, was gerade in Branchen mit saisonalen Schwerpunkten verheerende Folgen für den Abverkauf der Waren haben wird.

Problematisch ist diese Situation nicht nur für den Werbetreibenden auch die Agentur hat die Folgen zu tragen. Denn diese haftet grundsätzlich für die rechtliche Unbedenklichkeit der von Ihr vorgeschlagenen Werbung. Auch ein Hinweis auf die noch nicht erfolgte rechtliche Prüfung eines Entwurfs schafft im Falle einer gerichtlichen Prüfung keine Entlastung. (OLG Düsseldorf, Urt. v. 13.03.2003 - 5 U 39/02).

Auch wenn es manchmal unnütz erscheint, die Kurzfristigkeit es quasi nicht zulässt oder eine rechtliche Prüfung im zur Verfügung stehenden Budget eigentlich nicht vorgesehen ist: Die Überprüfung einer Kampagne, eines Werbemittels, Claims oder einer Musik durch einen Rechtsanwalt ist ratsam und kann vor teuren Fehlern bewahren.